LED-Unterschrankbeleuchtung in der Küche: Streifen, Profil und Netzteil richtig kombinieren

Eine LED-Lichtleiste, direkt unter den Hängeschrank geklebt, zeigt zwei Schwächen: Sie blendet beim Sitzen am Tisch, und auf der glänzenden Arbeitsplatte spiegelt sich jeder einzelne Leuchtpunkt. Beides lässt sich vermeiden, wenn der Streifen in ein Profil mit Abdeckung wandert und die Lichtfarbe zur Aufgabe in der Küche passt.
Warum der Streifen in ein Profil gehört
Ein Aluminiumprofil nimmt den Streifen auf und übernimmt zwei Aufgaben zugleich. Es führt die Wärme ab, was die Lebensdauer der LED verlängert, und es trägt die Abdeckung. Eine milchige (opale) Abdeckung streut das Licht, sodass aus der Punktreihe eine durchgehende Linie wird. Das Profil schützt den Streifen zusätzlich vor Fett und Dampf, die in einer Küche unvermeidlich sind.
Aufbauprofile werden flach unter den Schrank geschraubt oder geklebt und lassen sich mit einer Metallsäge auf die Schrankbreite kürzen. Wichtig ist nur, dass die Innenbreite des Profils zur Streifenbreite passt; das Maß steht im Datenblatt.
Welche Lichtfarbe in der Küche?
Die Lichtfarbe entscheidet, wie Lebensmittel und Arbeitsfläche wirken. Üblich sind warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß, angegeben in Kelvin. Über der Arbeitsplatte hat sich neutralweiß mit rund 4000 K bewährt, weil es sachlich hell wirkt, ohne ins Kühle zu kippen. Wer eine wohnliche Küche will, greift zu warmweiß mit etwa 3000 K.
Genauso wichtig ist die Farbwiedergabe, angegeben als CRI. Ein Wert ab CRI 90 zeigt Gemüse und Fleisch in echten Farben; darunter wirken Lebensmittel oft fahl. Für die Küche ist CRI 90 die sinnvolle Untergrenze, hochwertige Flexbänder erreichen CRI 94.
Das Netzteil richtig dimensionieren
Der Streifen läuft mit 24 V DC, nicht mit Netzspannung. Dazwischen sitzt ein Netzteil, oft als SELV-Trafo bezeichnet, das die 230 V auf 24 V heruntersetzt. Seine Leistung muss zur Streifenlänge passen.
Die Rechnung ist simpel: Leistung pro Meter mal verbaute Länge, plus rund 20 % Reserve. Das MICRO-Flexband zieht laut Datenblatt 9,6 W/m. Wichtig ist die tatsächlich verbaute Länge, nicht die Rollenlänge - ein 5 m-Streifen wird meist auf Schrankbreite gekürzt. Für 2 m unter dem Schrank ergibt das 19,2 W, mit Reserve rund 24 W, hier genügt ein 24-V-Netzteil ab 25 W. Wer mehr Länge verbaut, rechnet entsprechend hoch und wählt das Netzteil größer. Unser Netzteil-Rechner übernimmt das für jeden Streifen und jede Länge automatisch.
Schalten und dimmen
Soll sich die Beleuchtung dimmen lassen, muss die Dimmbarkeit am Betriebsgerät eingeplant werden, nicht am Streifen selbst. Ein dimmbares 24-V-Netzteil oder ein nachgeschalteter Dimmer regelt die Helligkeit; ein gewöhnlicher Wand-Dimmer vor einem nicht-dimmbaren Trafo funktioniert nicht. Praktisch in der Küche ist ein Tür- oder Bewegungssensor, der das Licht beim Öffnen der Schranktür einschaltet.
Schutzart über der Spüle
Direkt über Spüle und Kochfeld treffen Spritzwasser und Dampf auf die Leuchte. Ein gewöhnlicher Streifen trägt die Schutzart IP20 und ist damit nur für trockene Bereiche zugelassen. Über dem Becken gehört mindestens IP44, besser IP65, das auch Strahlwasser standhält.
Davon raten wir ab: einen IP20-Streifen ohne Schutzabstand direkt über die Spüle zu setzen. Die Feuchtigkeit kriecht in die Kontakte, und der Streifen fällt früh aus. Entweder rückt die Leuchte aus dem Spritzbereich, oder es kommt eine Variante mit höherer Schutzart in ein entsprechend dichtes Profil.
Kurz zusammengefasst
Für sauberes Licht unter dem Küchenschrank kommt der Streifen in ein Aluminiumprofil mit milchiger Abdeckung, läuft mit 24 V über ein passend dimensioniertes Netzteil und zeigt mit CRI 90 und rund 4000 K echte Farben auf der Arbeitsplatte. Über der Spüle entscheidet die Schutzart. Stimmt diese Kette, bleibt das Ergebnis blendfrei und hält.
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